Was ist eine Blockchain

Im Zusammenhang mit Kryptowährungen wie Ethereum oder Bitcoin kommt Ihnen der Begriff Blockchain sicherlich bekannt vor. Nur wenige wissen, was hinter dem Begriff steckt, was eine Blockchain ist und wie sie funktioniert. Zugegebenermaßen ist die Technologie sehr komplex. Grundsätzlich ist sie nicht schwer zu erklären. In den folgenden Absätzen werden Sie die Grundfunktionsweise der Blockchain kennen lernen. Der Verständnis halber in einer einfachen Sprache. Dadurch entsteht so wenig Verwirrung wie möglich.

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Der Erfinder und die Anfänge der Blockchain

Die Blockchain wurde 2008 von Craig Steven Wright erfunden. Er ist auch unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannt. Craig Steven Wright erfand außerdem den Bitcoin. Diese machte die Blockchain erst nötig, um Transaktionen transparent zu dokumentieren und sie sicher zu verschlüsseln. Auf Deutsch übersetzt bedeutet der Begriff Blockchain „Block-Kette“. Diese wird dezentral in einer riesigen Datenbank gespeichert auf den Geräten aller Benutzer gespeichert. Auf eine zentrale Speicherung verzichtet man bewusst.

Was in der Blockchain gespeichert wird

In der Blockchain sind Transaktionen von Kryptowährungen gespeichert. Wenn Benutzer A dem Benutzer B Ethereum überweist, kommt es zu einer Speicherung der Transaktion in der Blockchain, bzw. in der Block-Kette. Das geschieht durch das Hinzufügen eines neuen Blocks zur Blockchain. Dieser Block bekommt dabei einen einzigartigen Prüfcode (Hash) und besteht aus folgenden Daten:

  1. Öffentlicher Key des Versenders
  2. Öffentlicher Key des Empfängers
  3. Uhrzeit und Datum
  4. Betrag
  5. Ein Teil des Prüfwerts des vorherigen Blocks

Diese Daten sind in der Form allerdings nicht angezeigt. Sie werden in einen Code umgewandelt, der die Prüfsumme darstellt, also den Hash.

Speicherung persönlicher Daten in der Blockchain

Genau das macht die Blockchain gerade so sicher. Niemand kann die Identität der Transaktionspartner sehen, noch die restlichen Details erkennen. Auch wenn man die Daten des Senders und Empfängers sehen würde, wären das im Endeffekt die Adressen der Wallets. Eine Zuordnung zu bestimmten Personen ist daher unmöglich. Grund dafür: Wallet-Adressen werden per Zufallsprinzip generiert. Für die Wallet-Registrierung ist keine Registrierung nötig.

Was die dezentrale Speicherung der Blockchain bringt

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Sie sorgt dafür, dass die Daten sicher gespeichert und nicht missbraucht werden. Wie bereits etwas weiter oben unter Punkt 5 erwähnt, enthält jeder neue Block in der Blockchain einen Teil der Daten des vorherigen Blocks. In dem Moment, wenn ein neuer Block hinzugefügt wird, kommt es zu einer Validierung von allen Benutzern der Blockchain. Der Block wird akzeptiert, wenn er die Daten des vorherigen Blocks und alle Daten der Transaktion enthält. Dabei kommt es auch zur Registrierung der Veränderung des Guthabens beider Benutzer. Die Daten des neu erstellten Blocks können anschließend nicht mehr geändert werden. Dazu ist in der Theorie eine neue Validierung aller Benutzer in der Blockchain nötig. Das funktioniert nicht, weil die Daten dann nicht mehr übereinstimmen. Missbrauch kommt so nicht mehr vor und es schafft Vertrauen. Hacker können keine Transaktionen abfangen oder rückgängig machen und folglich kein Geld stehlen.

Andere Einsatzmöglichkeiten

Bitcoins, Ethereum und andere Kryptowährungen basieren auf Blockchains.Die Blockchain-Technologie rückt wegen ihrer Einfachheit, Sicherheit und der Kosteneffizienz allerdings auch in den Fokus der Banken und anderer Institutionen. Bargeld verursacht bei Banken enorme Kosten, die durch den Einsatz von Blockchain-Technologie stark verringert werden. Dies ist einer der Gründe, weshalb das Interesse der Banken an bargeldlosen Transaktionen steigt.

Die folgende Übersicht zeigt deutlich, wie teuer Bargeld für die Banken ist:

  • Bargeldlagerung im Tresor (Miete für den Tresor)
  • Kosten für mindestens einen Angestellten, der den Tresor verwaltet
  • Kosten für Sicherheitspersonal
  • Transportkosten zu und von Bankfilialen (Fahrzeug, Fahrer, Kraftstoff)
  • Unterhaltskosten in den Filialen

Dabei handelt es sich nur um einen Teil der Kosten, die für den Umlauf von Bargeld entstehen. In einigen Gegenden mit einer geringen Bevölkerungsanzahl rentieren sich oft keine Filialen oder das Aufstellen von Geldautomaten. Für Banken ist das immer ein absolutes Verlustgeschäft.

Mit der Einführung von Blockchain basierten Zahlungen und dem Wegfallen des Bargeldes werden viele Kosten eingespart. Die Bankkunden hätten eine App auf ihrem Smartphone oder auf ihrem Computer. Die Übertragung von Geld geschieht einfach und blitzschnell zwischen Empfänger und Sender. National und international. Für Hacker ist es unmöglich, sich Zugang zu Benutzerkonten zu verschaffen und Geld zu stehlen.

Die Blockchain-Technologie ist nicht nur für Banken interessant. Öffentliche Einrichtungen sind auch interessiert. Das Gesundheitssystem, Musiker und andere Künstler. Den Einsatzmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Die Nachteile der Blockchain-Technologie

Natürlich ist kein System, bzw. keine Technologie perfekt und alles hat seine Nachteile. Transaktionen sind momentan keinen Sendern und Empfängern zuzuordnen. Aus diesem Grund ist die Nutzung von Kryptowährung für Drogengeschäfte und Terrorismus Gang und Gebe. Den Lauf der Währung können die Behörden nicht zurückverfolgen.

Und nicht jeder Mensch dazu geneigt, solch ein System zu nutzen. Andere wiederum sind technisch nicht ausreichend geschult, um das System zu verstehen. Das sind vor allem ältere und an Bargeld gewöhnte Menschen. Dies betrifft allerdings nicht nur die Nutzung von Kryptowährung, sondern auch die Nutzung von anderen Blockchain basierten Diensten.

Smart Contracts – eine praktische Erweiterung

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Im Zusammenhang mit der Blockchain-Technologie erscheint oft auch der Begriff Smart Contracts. Auf Deutsch übersetzt sind dies „kluge Veträge“. Sie vereinfachen Transaktionen zwischen zwei Parteien, wenn ein Handel vorliegt. Im Vertrag werden zwei Bedingungen festgelegt. Eine Bedingung, die der Verkäufer zu erfüllen hat und eine Bedingung, die der Verkäufer erfüllen muss. Als Beispiel hierfür dient eine Fahrt. Der Fahrer bekommt das Geld und der Gefahrene kommt an seinem Wunschort an. Diese Transaktion können beide über den Smart Contract abwickeln.

Angenommen, der Fahrer gibt in der App ein, dass er in die Bahnhofstraße 10 gefahren werden möchte. Der Fahrer nimmt dies an und möchte dafür 10 € haben. Beide Bedingungen werden im Smart Contract festgelegt. Anhand von GPS-Daten erfährt die App, dass der Fahrer in der Bahnhofstraße 10 angekommen ist und diese Bedingung wird erfüllt. Danach gibt der Smart Contract die 10 € vom Konto des Gefahrenen frei, die im automatisch abgebucht und dem Fahrer gut geschrieben werden.

Smart Contracts lassen sich in vielen Situationen nutzen, in denen Bedingungen zweier oder mehrerer Parteien erfüllt werden müssen.

Ein großes Potenzial, das Zeit benötigt

Die Blockchain-Technologie hat ein großes Potenzial und Kryptowährungen sind erst der Anfang. Momentan arbeitet man noch an Methoden für eine flächendeckende Anwendung. Bis dahin dauert es aber noch ein wenig. Zwischenzeitlich werden sicherlich einige Anwendungen zur Erleichterung von Transaktionen erscheinen. Neben privaten Projekten gibt es momentan auch schon öffentliche Blockchain-Projekte, wie beispielsweise in Schweden. Dort werden Grundbucheintragungen über die Blockchain vorgenommen. Andere Länder werden sicherlich auch bald nachziehen und ähnliche Lösungen anbieten.